«Die Liga der außergewöhnlichen
Ladies»
Oft träume ich davon, dass ich mich mitten
in einem Krieg befinde. Ich muss mich retten und auch schießen,
so wie in einem Actionfilm. Solche Träume habe ich schon
seit meiner Kindheit. Woher kommen sie? Warum will meine Tochter
«Kim Possible» sehen? Haben die Bilder aus dem
Actionfilm mit der Realität zu tun? Was wollen wir sehen?
Das sind die Fragen, die ich mir stelle.
In meinen Bildern versuche ich, die Trennung
zwischen Realität und Fiktion aufzuheben. Ich benutze
Einstellungen aus Filmen und Bilder, die über die Medien
massenhaft verbreitet werden. Bilder, in denen Gewalt und
Waffen ästhetisiert und als dekoratives Element eingesetzt
werden. Ich stelle diese Filmszenen und Bilder nach. Mein
Modell bewegt sich hierbei stets mit einer Waffe in seiner
gewohnten Umgebung, und das Gewehr macht alles zu einem Film.
Die Leute reagieren verschieden. Die Alten,
die die Waffe als Waffe kennen, regen sich auf. Die Jungen
freuen sich, sagen: «Cool!» Ist das wirklich cool?
Wir sind es gewohnt, täglich Bilder von Gewalt und Krieg
anzusehen. Wie reagieren wir? Und wie reagieren wir, wenn
es sich in unserer Nähe abspielt? Existiert eine Grenze?
Ich platziere das Bild aus dem Fernsehen in unseren Alltag,
um die Frage nach den Grenzen zwischen persönlicher Realität
und Medienwelt zu stellen.
Meine Bilder kann man als Bilder aus nicht
existierenden Filmen sehen. Um sie zu malen, verwende ich
eine Technik, die man früher zur Herstellung von Filmplakaten
benutzt hat. Ich projiziere meine Fotos auf die Leinwand und
dann male ich. Ich male fleckig. Es gefällt mir, wenn
aus abstrakten zufälligen Flecken ein perfektes, realistisches
Bild entsteht. Wenn man die glatten Übergänge von
Licht und Schatten hat, wirkt es so nah wie Haut oder Haare
auf einem Foto. Es ist zu persönlich. Deswegen zerlege
ich das Gesichtsbild. Durch diese Technik wird das Private
verwischt, jedes Modell wird hierdurch zu einer medialen Ikone. |