Inna Artemova
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Die Liga der außergewöhnlichen Ladies

«Die Liga der außergewöhnlichen Ladies»

Oft träume ich davon, dass ich mich mitten in einem Krieg befinde. Ich muss mich retten und auch schießen, so wie in einem Actionfilm. Solche Träume habe ich schon seit meiner Kindheit. Woher kommen sie? Warum will meine Tochter «Kim Possible» sehen? Haben die Bilder aus dem Actionfilm mit der Realität zu tun? Was wollen wir sehen? Das sind die Fragen, die ich mir stelle.

In meinen Bildern versuche ich, die Trennung zwischen Realität und Fiktion aufzuheben. Ich benutze Einstellungen aus Filmen und Bilder, die über die Medien massenhaft verbreitet werden. Bilder, in denen Gewalt und Waffen ästhetisiert und als dekoratives Element eingesetzt werden. Ich stelle diese Filmszenen und Bilder nach. Mein Modell bewegt sich hierbei stets mit einer Waffe in seiner gewohnten Umgebung, und das Gewehr macht alles zu einem Film.

Die Leute reagieren verschieden. Die Alten, die die Waffe als Waffe kennen, regen sich auf. Die Jungen freuen sich, sagen: «Cool!» Ist das wirklich cool? Wir sind es gewohnt, täglich Bilder von Gewalt und Krieg anzusehen. Wie reagieren wir? Und wie reagieren wir, wenn es sich in unserer Nähe abspielt? Existiert eine Grenze? Ich platziere das Bild aus dem Fernsehen in unseren Alltag, um die Frage nach den Grenzen zwischen persönlicher Realität und Medienwelt zu stellen.

Meine Bilder kann man als Bilder aus nicht existierenden Filmen sehen. Um sie zu malen, verwende ich eine Technik, die man früher zur Herstellung von Filmplakaten benutzt hat. Ich projiziere meine Fotos auf die Leinwand und dann male ich. Ich male fleckig. Es gefällt mir, wenn aus abstrakten zufälligen Flecken ein perfektes, realistisches Bild entsteht. Wenn man die glatten Übergänge von Licht und Schatten hat, wirkt es so nah wie Haut oder Haare auf einem Foto. Es ist zu persönlich. Deswegen zerlege ich das Gesichtsbild. Durch diese Technik wird das Private verwischt, jedes Modell wird hierdurch zu einer medialen Ikone.

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